Portraits im Künstlerplakat

Picasso in aller Munde. Wann nicht? Derzeit aber ganz besonders: Die Fondation Beyeler in Riehen zeigt gegenwärtig das Frühwerk des Meisters; das Kunstmuseum Basel widmet sich unter dem Stichwort „Kosmos Kubismus" den Bildwelten von Picasso bis Léger. Und das Museum Barberini in Potsdam präsentiert Picassos Spätwerk aus dem Nachlass seiner Frau Jaqueline. Sie alleine portraitierte er rund 400 Mal. Dies, wie sein ganzes Werk, verdeutlicht, dass die menschliche Figur sein zentrales Sujet war.

Die Galerie am Spalenberg widmet sich mit ihrer neuen Ausstellung einer Besonderheit - den Portraits im Künstlerplakat, mit denen meist auf Ausstellungen hingewiesen wurde. Auch bei den Künstlerplakaten, die Werner Röthlisberger zeigt, spielt Picasso eine zentrale Rolle. Kein Wunder, gehört seine Picasso-Sammlung von Originalplakaten doch zu den weltweit umfangreichsten Sammlungen.

Viele von Picassos Plakaten rücken Portraits ins Zentrum. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Denn in Picassos Schaffensperiode hatte die Fotografie das Portrait, wie wir es aus der Kunstgeschichte kennen, längst verdrängt. Von vielen Künstlern dieser Zeit waren Portraits gar verpönt. Dies kümmerte Picasso nicht. Weshalb auch? Bei seinen Portraits, ob gemalt oder gedruckt, ging es nie darum, bestimmte Personen möglichst präzise, um nicht zu sagen „fotorealistisch" und schon gar nicht schmeichelnd, sondern künstlerisch, charakterisierend und in experimenteller Weise darzustellen.

Die Ausstellung in der Galerie am Spalenberg zeigt insgesamt 26 Künstlerplakate, der grösste Teil von Picasso. Dazu gehört beispielsweise das Plakat „La Paix" von 1950, das auf ein internationales Treffen in Nizza gegen Atomwaffen hinweist – ein Plakat, das heute auf dem Markt kaum mehr zu finden ist.

Gezeigt werden auch Plakate anderer Künstler der klassischen Moderne – von Chagall, Matisse, Miro und Léger. Letzterer ist mit einem Plakat für das Maison de la pensée, Paris, dem Versammlungslokal der Kommunistischen Partei, vertreten.

Zu sehen sind überdies auch einige Plakate von Schweizer Künstlern. Etwa von Samuel Buri, der bis anfangs dieses Jahrhunderts noch Lithoplakate herstellte. Oder von Niklaus Stoecklin, ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit, dessen stilistische Ausrichtung besonders in seinen wunderbaren Plakaten auf grosses Echo stiess. Im 1937 entstandenen Plakat, das für eine Ausstellung der „Schweizerkunst der Gegenwart im Künstlerhaus" in Wien warb, lotet Stoecklin die Schnittstelle von Neusachlichem und magischem Realismus, seine andere stilistische Vorliebe, aus.
 
Werner Röthlisberger                                                                                                                                                                                    cf/rö
               
Galerie Am Spalenberg
Petersgraben 73 / Rosshofgasse
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mobil 0041 79 644 23 83

Vernissage  :     Donnerstag, 4. April, ab 18 Uhr
Ausstellung :     4. April bis 18. Mai 2019
Öffnungszeit:     Mittwoch bis Freitag 17 - 18.30
                             Samstag 11 - 16 Uhr